SVBW Sachverständigenbüro Weihe
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Energiepass:

Wie der Name bereits sagt, handelt es sich beim Energiepass / Energieausweis um ein Dokument. In diesem wird Ihr Objekt in seinem aktuellen Zustand energetisch bewertet. Durch Aufnahme der gebäudespezifischen Kennwerte ( u.a.: beheiztes Volumen, Lage, Nutzung, Luftdichtheit, Bausubstanz, Heizanlagendaten, Energieträger) wird in einem normiertem Verfahren der spezifische Wärmebedarf ermittelt. Außerdem werden der Wirkungsgrad der wärmetechnischen Anlagen sowie deren Verluste berechnet.

In Bereichen, welche einen überdurchschnittlichen Energieverlust verzeichnen werden entsprechende Modernisierungstipps gegeben. Im Abschlussgespräch werden diese im einzelnen besprochen, zusätzlich wird auf mögliche Spareffekte durch optimiertes Nutzerverhalten hingewisen.

Ein normiertes Verfahren ist notwendig um einheitlich vergleichbare Daten eruieren zu können. Dies ermöglicht eine regional und vor allem nutzerunabhängige Klassifizierung von Wohnobjekten. Es soll einem Kauf-/Mietinteressenten einen Überblick über unterschiedliche Gebäudequalitäten geben; zumal die sogenannten „Neben“-Kosten mittlerweile einen nicht unerheblichen Teil der gesamten Wohnkosten (Kaufpreis/Miete + Heizung + Strom + sonstige Hauskosten) ausmachen.

Auch soll ein Anschub bezüglich anstehender Modernisierungsgedanken erreicht werden – dies zum Zwecke der Energieeinsparung, zur Komfortsteigerung, zum Schutze der Umwelt und Schonung der Ressourcen und nicht zuletzt zur Wertsteigerung der Immobilie !

Der Energiepass ist als Zusatz des Miet- oder Kaufvertrages ab 01.01.2008 gesetzlich vorgeschrieben und ist zum Vertragsabschluss unaufgefordert vorzulegen bzw. einsehbar zu machen.

Nach einer langen Diskussionsphase wurde am 25.04.2007 die neue EnEV 2007 im Bundeskabinett beschlossen. EnEV-Text vom 25.04.2007

Jetzt bedarf es nur noch einer Zustimmung im Bundesrat damit die Verordnung am 1.1.2008 in Kraft treten kann.

Ab dem 1.1.2008 ist die Ausstellung von Energieausweisen bei Vermietung und Verkauf Pflicht. Zuerst nur für Gebäude die bis 1965 erstellt wurden. Ab dem 1.7.2008 auch für Gebäude, die nach 1965 gebaut wurden. Damit soll sich der Erstellungsaufwand der Energieausweisen auf einen größeren Zeitraum verteilt.

Es wird bedarfs- und verbrauchsorientierte Energieausweise geben. Die Wahlfreiheit zwischen den Energieausweisarten wird für Gebäude, die vor 1978 gebaut wurden eingeschränkt. Gebäude mit bis zu 4 Wohneinheiten benötigen dann immer einen bedarfsorientierten Ausweis. Bei allen anderen Gebäuden besteht Wahlfreiheit zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweisen.

Bei Energieausweisen, die vor dem 1.1.2008 ausgestellt werden kann bei alle Gebäuden die Ausweisart frei gewählt werden. Diese Ausweise haben alle eine Gültigkeit von 10 Jahren ab Ausstellungsdatum.

Auf Basis verbrauchsorientierter Energieausweise dürfen keine Verbesserungsvorschläge für ein Gebäude gemacht werden. Eine Energieberatung und insbesondere eine Beantragung von öffentlichen Fördermitteln setzt immer eine Bedarfsberechnung voraus und somit auch einen Bedarfsausweis.

Für die Ausstellung der Energieausweise nach einem vereinfachten Verfahren (Kurzverfahren) werden Richtlinien zur sachgerechten Vereinfachung entwickelt. Für die verbrauchsorientierten Energieausweise sind darin auch die Daten für die Klimabereinigung und die Daten der Referenzgebäude festgelegt.

Die Richtlinie 2002/91/EG fordert von uns bei "Nichtwohngebäuden" auch den Energiebedarf für Beleuchtung und Kühlung mit einzubeziehen. Dazu ist die DIN 18599 mit über 750 Seiten in 10 Teilen erschienen. Energieausweise für "nicht Wohngebäude" müssen nach dieser Norm berechnet werden und mit einem Referenzgebäude verglichen werden, dessen Randbedingungen in der EnEV 2007 festgelegt werden. Leider hat sich herausgestellt, dass die DIN 18599 noch einmal überarbeitet werden muss. Es existiert bereits ein 100 seitiges Änderungsdokument und einige unklare Formulierungen. Bis zum erscheinen der neuen DIN 18599 im Februar 2007 macht es keinen Sinn Energieausweise für Nichtwohngebäude zu erstellen.

Die Berechnungen der DIN 18599 sind so komplex, dass die meisten Softwarehersteller, wie wir auch, auf den Rechenkern des Fraunhofer Instituts für Bauphysik in Stuttgart aufsetzen. Dort wurde auch die DIN 18599 entwickelt und der Rechenkern bietet allen Anwendern eine normgerechte Berechnung ihrer Gebäude.


Das Sachverständigenbüro Weihe ist dena-registriert und BAFA Berechtigt.


Externer Link zu der Deutschen Energie-Agentur (dena)